Mai 2015 - Lebensmittelmarken/Bezugsscheine

Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, gibt es in manchen Haushalten noch Erinnerungsstücke aus dieser schweren Zeit. Einige davon fanden mittlerweile ihren Weg in das Herscheider Heimathaus, wo sie für die Nachwelt erhalten bleiben. So auch eine Anzahl Lebensmittelmarken bzw. Bezugsscheine aus den Jahren 1941-1944. Diese wurden als Exponat des Monats Mai ausgewählt.

Bereits vier Tage vor dem Kriegsbeginn, nämlich am 28. August 1939 wurden in Deutschland Bezugsscheine für Benzin ausgegeben. Mit dem Kriegsanfang am 01.09.1939 waren Marmelade, Butter, Milch, Käse, Fleisch, Fett und Zucker nur noch gegen Abgabe der Lebenmittelkarten und natürlich Bezahlung, erhältlich. Ab Mitte Oktober 1939 wurde eine Reichskleiderkarte für Zivilisten eingeführt. Später kamen immer mehr Produkte hinzu, die nur mit den farbig gestalteteten Bezugsscheinen erhältlich waren. Auch in der Vergabe dieser Bezugsscheine wurde unterschieden, welche Personengruppe wie viel bekam. So gab es Karten für Jugendliche und Erwachsene, Kinder bis 6 Jahre, Kleinst- und Kleinkinder, Schwerst und Schwerarbeiter. Sonderkarten oder auch Zusatzkarten gab es zu Weihnachten, für Urlauber, für werdende Mütter, für Trauerkleidung und Raucher. Die Bewohner der ländlichen Region bekamen generell geringere Rationen zugeteilt, da sie sich mit Gärten und Landwirtschaft selbst versorgen konnten. Erst am 31. März 1950 wurden die Lebensmittelmarken in der Bundesrepublik Deutschland von der Regierung endgültig abgeschafft.

Die Sammlung, die dem Heimatverein überlassen wurde zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der Bezugscheine, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg im Umlauf waren. Darin enthalten ist: Bezugsausweis für Speisekartoffeln, Reichskarte für Marmelade (wahlweise Zucker), Reichsfettkarte, Reichsbrotkarte, Bezugskarte für Gemüsekonserven und Trockengemüse, Reichseierkarte, Reichsseifenkarte, Nährmittelkarte.