November 2015 - Kinderwagen

Dieser Schiebekinderwagen aus Holz und Metall, stammt aus der Zeit um 1900 und wurde vor einigen Wochen dem Heimatverein aus dem Haushalt von Willi Bergfeld in Herscheid-Wiesenfeld überlassen. Seitdem wurde dieses Gefährt aus vergangener Zeit zu einem regelrechten Hingucker im Herscheider Heimathaus. Neben den heutigen Kinderwagen, die in bunten Farben und mit allerlei technischen Raffinessen hergestellt werden, erscheint er wie ein Relikt aus grauer Vorzeit. Für unsere Vorfahren war es allerdings eine praktische Errungenschaft, die ihren Weg erst Mitte des 19. Jahrhunderts nach Deutschland fand. Bis dahin wurden kleine Kinder in einem Tuch oder einem Korb getragen. Auch Schubkarren, die zwar nicht dafür gedacht waren, wurden als Transportmittel für Kleinkinder benutzt. Der erste bekannte Kinderwagen in weitestem Sinne, wurde 1733 in England entwickelt. Dieser besaß ein Geschirr und wurde von Hunden oder Ziegen gezogen. Im Jahr 1852 ließ sich der Engländer Charles Burton einen 3-rädrigen Schiebekinderwagen, den er Perambulator nannte, patentieren. Im gleichen Jahr stellt der Stellmacher Ernst Albert Naehter aus Zeitz auf der Leipziger Messe einen Kinderziehwagen vor. Wegen der großen Nachfrage baute er sein Unternehmen aus und bot im Jahr 1896 in einem Katalog über 100 verschiedene Kinderwagen Modelle an. Es ist zwar nicht mehr nachzuweisen, aber durchaus möglich, dass der Kinderwagen der heute im Spieker steht, ebenfalls von der Firma Naether stammt.